
ego, ich, io, i, je, : jaq, ich auch : wie auch immer : erste person singular : wunderbar, wie, wenn man erst mal diese ich-bezeichnung findet, man schon am kasperln ist. und dann : wie abkasperln? : doppelkasperl qua reflexion. : nullhinterspiegel qua zen.
ich weiss nicht, das hin- und -her und vor- und hinter-kasperln wird auf die dauer langweilig: was nun? je nun, : vor allem : nicht weitersagen, oder doch : alles erzählen. : there is no such thing.
gibt es sprachen, die keine ‚ich-form’ kennen? also nicht unbedingt solche, die nur ‚es tut’ sagen, sondern auch solche, die grundsätzlich ein anderes wesensverständnis haben? überhaupt : die denkformen sind ja sehr chaschperlig überall, weil jemand muss dann ja sprechen, aber sind alle so egozentrisch wie unsere? ‚wer spricht’ : immer noch eine aktuelle frage.
[mvs:060628/060707]
> journal > tagebuch > tarnkappe, verwackelt > gruss > ich, ein plagiat > pokalbeweis > point > also ich > gegenstände > gscheit
bin mitten in der nacht aufgewacht und da lag, fein säuberlich hingelegt, der ‚röhrenblicktrichter’ von buzzlä neben mir. bitz erschrocken hab ich mich nach der buzzlä umgeschaut : und sie lag gleich neben dem trichter und hat tief geschlafen. ich musste so sehr lachen, dass sie ein bitz aufgewacht ist und mich wundernd angeschaut hat. und dann hab ich buzzlä und den trichter wieder in ruhe gelassen : wenn sie schon weiss, wie man mit gschtältli umgeht, dann weiss ich es sicher nicht besser. und ich war dann schon bitz glücklich : wie man mit wesen und objekten eigenwillig umgehen kann, gegenseitig (> normative systeme; auch: wie man ‚das wilde denken’ auch lesen könnte : basteln forever).
[mvs: 040313]
> katzentransportkörbe, geflickte > dasein
bis vor einiger zeit die drahtigen und die plastiken tragkörbe aufkamen, waren viele katzentransportkörbe aus weidengeflecht. und ebensoviele körbe waren vielfältig geflickt: mit schnur, draht und holztüren wurden die löcher gestopft, die die katzen bei ihrem versuch, die freiheit zu erlangen, in die körbe rissen. ein doppeltes flicken aus zwei entgegengesetzten ganzheitsinteressen einerseits der fluchtsichere transportkorb, andrerseits die beschädigte freiheit, die es (durch das loch) wiederherzustellen gilt das sich gegenseitig ganz schön auf trab hält.
[KatzenTranSportKörbe : ist ja nur ein missverständnis, das schnurstraks zu den >turnvereinen und zu >lebertran führt.]
[mvs: 030213]
> revolution > gefängnis(ausbruchversuche) > lebertran > turnverein > katzenschlauheit > höhlengleichnis (plato)
macht es spass, kind zu sein? wer weiss. auch wenn die woche mit einem sonntag beginnt : meistens geschlossen.
[mvs: 07081/pix:mvs:paris:06]
> neugier > archive und kinder > kasperl
„das isch dä füdliblutti wahnsinn!“ so einfach werden schöne kleider geflickt oder muss man eher sagen: weggeputzt.
lit: christian andersen ?
[mvs: 030701]
> alphabetisch / enzyklopädisch > sandalen > grundsätzlich : mehr lachen > pants (ganz generell)

and how comes i'm still walking - sandals : who cares!
[mvs: 05....]

[mvs: 05....]
> arbeitsvermögen > kapital
ein kommentar reagiert auf einen ersten text oder agiert auf ihm er versucht zu sagen, was im ersten text ‚vorhanden’ ist, aber nicht ausgesprochen, vielleicht mit absicht verschwiegen wird. er kann den diskurs auch weiterführen, ihn in vielen varianten (gegensätzlichen, sich gegenseitig aufhebenden oder sich gegenseitig ergänzend kommentierenden), den ersten text weiterschreiben, bis er, der kommentar, beinahe wieder selbst zum primärtext wird.
wenn man davon ausginge, dass alles existierende und sich ereignende einem einzigen unkommentierten primärtext angehörte, dann würde es schwierig, einen kommentar abzugrenzen gegen den primärttext. man muss also von einem klar definierten primärtext ausgehen, wenn man dem kommentar einen diskurscharakter geben will. der kommentator definiert, was er als primärtext bezeichnet.
[mvs: 040202]
„Sich immer wieder klarmachen, wie der Kommentar zu einer Wirklichkeit (denn hier handelt es sich um den Kommentar, Ausdeutung in den Einzelheiten) eine ganz andere Methode verlangt als der zu einem Text. Im einen Fall ist Theologie, im anderer Philologie die Grundwissenschaft.“
walter benjamin : das passagen-werk. gesammelte schriften V.1 & V.2. p.574
der kommentar erfindet mit vorgefundener welt eine neue : ganz wie ihn gelüstet. so gehen alle kommentatoren, und das sind wir alle, mit welt um : die einen etwas ‚dog’matic, die anderen etwas ‚cat’matic & und das ganze tier- pflanzen- und UFO-reich ist immer dabei : so viele planeten wie kommentatoren : milch-, wasser-, haschisch, -koko-, peyote-, LSD-, opium-, weisheitslehren- und all die anderen erkenntnisstrassen im universum : alles da. das ist nicht despektierlich gesagt : man kann zu je eigenem kommen, wie man will. mit rohkost auch, mit abstinenz. ::: wie auch immer : (aber ich esse nicht an jedem reichgedecktem tisch).
[mvs: 071002]
schöner ist giovanni francesco carotos (*ca 1480 in verona, † 1546 auch in verona) kommentar : grad zu sich, zum kommentieren und zur ganzen frechheit der weltbeschreibung :

am allerschönsten ist doch die verdoppelung (nein, nicht verdoppelung : das wunder des wiedererlebens, ganz real) : die epiphanie : der sprung vom bild in die realität (hier wieder abgebildet : für aussenstehende ein joggelikalender, für beteiligte 'instant epiphany').

> archiv > paratexte > appendix > Bayle, Pierre > senf dazugeben, seinen > excerpieren > plagiat > ästhetik der fussnote > lakonisch > marginales > lullus > stringenz > by saying > notes, prendre de > wunderliche reise > weg > welt > weisse flecken > widerspruch > lakonisch > müde bin ich
1

„La parole est à moitié à celui qui écoute, et à la moitié à celui qui parle.“ (michel de montaigne)
der feinstaub des redens gehört der ganzen welt; er legt sich, je nach dem, wie goldstaub oder russ auf das gesprochene : wortbrösmeli, die herumschwirren und von jedem aufgeschnappt werden können.
(kommentar [se] im blog) und wie geht das im blog? die eine hälfte der welt schreibt, die andere hälfte schläft, die dritte hälfte hat kein internetzugang, die vierte hälfte interessiert sich eher für käfersammlungen, die fünfte hälfte kann nicht lesen : so ist das oft mit hälften : sie passen nicht ganz zusammen.
[mvs: 070324]
2
lieber ffv
dein mail ist angekommen - ob meins bei dir auch ankommen wird, weiss ich nicht.
also falls ja, schreib mir bitte ein mail.
falls nein : ja : dann musst du dir was überlegen.
und sonst : ja : alles wahr! und ich freu mich auf das projekt, auch wenns nach viel arbeit aussieht : und auf weitere.
jetzt nicht mehr, weil ich, siehe oben, eben gar nicht weiss, obs ankommt.
[mvs: 070814]
> goldfische > russkarpfen > dalmatiner > "am anfang war das wort" > mensonge > i am not the one you think i am > by saying that i am > i never implied that i am part of anything that would imply my presence > kommentar
In alten Tagebüchern lesen ist ungefähr das gleiche wie mitten auf der Wanderschaft nach der Orientierungstafel suchen. Muss doch alles, was man heute so ist, denkt und denkt zu sein, schon damals in Ansätzen/richtungsweisend erkennbar gewesen sein. Wenn schon nicht offensichtlich, dann doch wenigstens zwischen den Zeilen. Da liest man also den Eintrag zur Erstkommunion und wundert sich, ausschliesslich auf nette Beschreibungen zu stossen, obwohl man sich genau zu erinnern glaubt (Erinnerungen sind einzig eine Sache des Glaubens, da gedankliche Täuschungen, usw.), dass dieser Tag einer der wenigen war, die man kompromisslos als Scheisse bezeichnen konnte: Zum Zmorge gabs nichts, der Kranz auf dem Kopf kratzte, das Kleidchen war nicht ganz der eigene Stil, die Verwandten küssten und hätschelten, das Sitzen in den Bänken schmerzte höllisch, usw. Damals durfte man das nicht sagen, geschweige denn schreiben schliesslich befand man sich noch mitten im Aufnahmeverfahren der katholischen Glaubensgemeinschaft, und bis zur krönenden Firmung war es noch ein langer Weg (Orientierungstafel). Was dann noch bleibt: Im Tagebuch lesen und versuchen, die Texte unkommentiert zu lassen. Die Regeln der Kindertagebuch-Textsorte wurden korrekt befolgt, und das Kind war während des ganzen Tages artig. Das ist alles.

"14.4.1985
Heute habe ich 1 hl Komunion! Die Geschenke habe ich am Samstag bekommen. Sie sind sehr schön. Es sind zuviele. Ich freue mich schon. Jetzt ist 8.00 Morgens. Um 9.00 muss ich in der Kirche sein. Das Kleid habe ich von der Kirche, für 10.-. Ich muss es wieder zurück bringen. Wir haben etwa 7 Tage lang üben müssen. Lieder, usw... Ich muss sagen: Du bist der gute Hirt. Du hast uns zum Quell der Heiligen Taufe geführt. Nun, der Tag ist vergangen. Schade!!! Am Morgen ging ich in die Kirche. Der Pfarrer machte einen Feller. Wir sollten eigentlich vor der Kirche nichts sagen. Aber das konnte ich nicht. Die Kirche war vertig. Wir gingen nach Hause es war ein bisschen Kalt. Wir gingen Essen. Das Essen war gut. Übrigens, die Hostie war wie: (Knäckebrot- ohne geschmack.) Um 4.00 ging ich wieder in die Kirche! Mit der Taufkerze. Als sie angezündet war, viel ein Tropfen auf die Bank. Die Messe war nicht so lang wie die erste. Es kamen auch weniger Leute. Dann bekamen wir das Kreuz. Als ich nach Hause ging, fing ich an ins Tagebuch zu schreiben. Und der Tag ist vergangen. Er war schön. (Und kurz.)
ENDE"
[gabriela:071006]
> uriella > kinder und alkohol > heiliger geist > telegramm > weg > kommentar
wer wo welche sprache spricht wer wo welche sprache versteht: welch wunder (und welche alliterationen auf ‚w’! (weh)).
[mvs: 030214]
> turnverein > katzentransportkörbe > translation > übersetzen
„Dass Jakob Böhm ein enthusiastischer Pinsel gewesen, will ich jedem, der es behauptet, gerne zugeben, wenn er mir erlaubt ihn dafür für einen noch grösseren zu halten.“
Georg Christoph Lichtenberg
> roland barthes: le neutre[1]
[1] (barthes ist sehr angetan von böhme, aber der mystizismus bekommt bei barthes eine wunderlich individuelle note: ich vermute manchmal, dass barthes ganz sehr ehrlich auf verschiedenste art sein dasein sich selbst erklären und damit an-genehm machen wollte.
[mvs:04....]
die schönheit eines konzepts zeigt sich in den widerspruchsmöglichkeiten, den überschreitungen, die es sichtbar macht, in der flexibilität in der praxis - man kann auch sagen in der fähigkeit, wieder zu verschwinden im ereignis.
wünsche werden aber nicht geplant: wünsche gehen, seltsamerweise und ganz kontingent, entweder in erfüllung oder eben nicht.
[mvs:980810/040217]
> wunsch > wünsche > konzept II
„das lichtkonzept muss noch überarbeitet werden.“
das sag ich halbverschlafen am morgen, im bett : die sonne scheint mir ins gesicht : viel zu hell.
dieser satz kann auf alle naturgesetze angewandt werden, zb. ‚das gravitationsgesetz muss noch überarbeitet werden’.
[mvs:091223]
> geisteszustände > konzept I
das mechanistische weltbild hat immer wieder dazu verleitet, komplexe systeme und vorgänge vereinfacht darzustellen. daraus sind die populärwissenschaftlichen hefte entstanden, die den körper und seine funktionen erklären wollen. die abbildungen funktionalisieren den körper und vergleichen ihn mit fabriken, telefonämtern, elektrizitätswerken und anderem.
heute wird versucht, den kindern wieder beizubringen, dass pfefferminze nicht wie pfefferminzkaugummi schmeckt sondern umgekehrt. sagt marx, dass die fabriken und die arbeitsteilung zu einer entfremdung im arbeitsbereich geführt hat, so kann man von der funktionalisierung des körpers annehmen, dass sie zu einer entfremdung vom körper führt.
[mvs:97....]
ich möchte alle kunst, die ich schön finde, nachzeichnen, ganz so wie ich zeichne. dann wär sie nicht mehr ganz so schön und tät nicht mehr so weh. das schöne ist so schön, weil man es nie erreichen kann und vom anblick schon ganz baff ist. weil das nachgemachte verweist ja auf das schöne, und das schöne bleibt schön. und das nachgemachte bleibt als index, und der darf bitz minder sein. aber das schöne, das ist so schön, dass alles andere nicht so schön ist. und mit allem anderen leb ich doch, so in meinem leben. drum geht dieser zirkelschluss so schön auf, dass er fast auch schon wieder schön ist.
(wenn ich dem ganzen jetzt noch bitz sprachfluss, rhyming the humming gegeben hätte, dann wär das versagen am glanz noch etwas reflektierter geworden : flashback des perzeptienten. aber jetzt ab in die wüste : wo die sandrosen blühn und alles erst in

[mvs:090210]
> kunst: ein weites feld > index
was diese menschen der gravitationskraft mit sehnen, muskeln und anderen innereinen entgegenstellen sieht manchmal aus wie eine grundschule für den freien flug. und da sie dann ja doch nie wirklich frei fliegen können, beurteilt die jury die kunstfertigkeit aufgrund ästhetischer kriterien. was, wenn einer mal davonfliegen würde?
was machen jungvögel, bevor sie sich zum ersten mal aus dem nest stürzen und fliegen?
e.s., kapitän : "wenn man ins wasser geht, darf man nicht denken - dann gehts."
[mvs:040917/070717]
> akrobaten > zirkusmenschen > ikarus > wünsche > schiffe > schwimmen
wie ein kunstwerk entsteht.




nach unterschiedlich langer tragzeit (latenz) schenkt der künstler einem werk die manifestation.
in diesem fallbeispiel dauerte es vom 22.05.1987 (empfang) bis zum 22.04.2009 (manifestation).
das werk ist unter > identität zu sehen.
[mvs:090422]
> mystifikation > entmystifzierung > bo·häme > ich, auch ich > etc. > epiphanie
Der Kuss oder der Stillstand der Zeit: „wenn ich mal in die ewigkeit käme: dann würd ich ewig küssen und umarmen und in dir sein“ (mvs:halt immer und ewig)
„Erfunden worden ist der Kuss, sehr wahrscheinlich vom Noa oder, Teebukadnetzar, vohr lauter Freude, als Sie, nach jahrelang ausgestandenen Strapatzen und Gefahren auf der Arche Noa’s, inmitten der End und grentzenlosen Sünd=Flut, die, damals schon stark bevölkerte und, in hochsüdlicher, Kultuhren, Floraa’s und Vegetattiohnen prangende und prunkende Riesen=Insel, Skt.Adolf=Heim, im heutigen grossen=Ost=Meer, entdeckten und, daselbst, Ihre erwünschte Rettung und, Erlösung fanden.“
Adolf Wölfli
s.h., angesichts der sich immer wieder küssenden mitreisenden „und was bringt das?“ aufgrund ihres lustkonzepts wohl nicht ertragbringend, der kuss.
und ganz bitz vorher, hat der jean paul das küssen auch ganz gern gehabt (und ich freu mich, dass ich ihn wieder mal in einem wundsinnvollen kontext erwähnen konnte : auch wegen all den anderen sätzen. wegen dem erwähnen - dem sehnen, das in seinen sätzen ist in meinem lebenwähnen.)
[mvs:040817]



> teilen: „ich teile nicht“ > lemuren > amour > schauerlich, überhaupt > prall > jean paul > wissen / können
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