ja, eben.
[mvs:040204]
> schweigen > quiet > sandalen > kommentar > welt > global village idiot I > lappern > journal > weisse flecken > peinlich > beste, das > hirschfaktor > pokalbeweis > headless rider > wunderkerzenkategorien
sie ist mir so wichtig und ich vermisse und fürchte sie so sehr.
[mvs:911007]
langeweile, anders als der müssiggang, entbehrt der motivation. langeweile ist die erschöpfung des welterfindens, das ende der neugier. aus langeweile um sie zu verscheuchen (als ob sie ein lästiges geschwirr wär, ein lebewesen, das mich belästigt) entstehen handlungen, die den verlorenen sinn zurückzwingen oder die langeweile vergessen machen sollen. die existenz vergessen! und am morgen schon ein bier trinken, um den fluss der sinne und der gedanken zu dämpfen, den dingen ein schwimmendes dasein zu geben, selbst ein ding sein. no way out! der müssiggang hilft als remedie, als übergangsform zu reflexion und, wenns dann plötzlich tun will, zu produktion.
[mvs:920513]
mit der emphase auf LANGE und WEILE: langeweile ist nicht mein konzept der wahrnehmung des sich ereignenden: langeweile ist ein wort für leiden, ein euphemismus für einen verlust der neugier auf das unerklärliche, das tag für tag sich in einem delirium der destruktion abspielt. ich mag euphemismen nicht. langeweile ist ein mangel an trost: wer sich nicht mit seinem warmen körper zu sich selbst ins bett legen mag und keine rettung findet, der ist trostlos. das ist so schlimm, dass ich nicht weiss, wie man dem entgehen könnte. ich kann dem trostlosen nicht entgehen ich bestehe aber auf die alltäglich kleinen orgien der lustvollen täuschungen: ich füttere meine katzen, ich wasche meine socken. wenn ich vom trostlosen loskomme (und ich versuche das täglich), lege ich mich zu meinen katzen nicht, dass sie das immer mögen gehen sie weg, bin ich betrübt. bleiben sie, bin ich für eine weile aufgehoben. es gibt kein besseres wort als aufgehoben, wie immer kitschig es auch sein mag.
(und: ich bewahre mir diese kleine arroganz des verweigerns: ich will mich nicht langweilen.)
((es ist alles gewurstel: nach langer zeit des anwesendseins kommt mir doch nichts gescheiteres in den sinn, als haut an haut zu liegen der sterblichkeit eine wärme zu geben. ameisen können das übrigens auch, und mensch kann es auch mit ihnen.))
hier fehlt der gump vom dies zum das (vom subjekt zum objekt? ich hab doch keine ahnung, was das sub- (=unter?) oder das ob- (=ausser?, über??) jekt (=geworfene?) ist: konstrukte des verlorenseins ich, ein subjekt, ich, ein individuum, ich und die welt : ein schlechter witz, den die philosophie und andere fakultäten seit jahrtausenden zu erklären versuchen : dazu kann ich nur sagen (und damit sind mir auch die ganze ‘abendländische’ kultur (die vor allem, weil darin gebrütet worden) und alle anderen kulturen, weil davon auch nicht mehr gekommen ist, soweit meine synapsen melden, ziemlich wurscht) : ein witz, den man erklären muss, ist total am arsch.
soviel zur langeweile. wo war ich schon wieder?
[mvs:010515]
> boredom > leben > konzept > musse > müssiggang
der begriff des langen irgendetwas : „das lange neunzehnte jahrhundert“ und alle dito-bildungen sind ja so blöd, dass einem das ganze neue geschichtsbewusstsein, das angeblich damit einhergeht, gleich auf die gleiche lange:weile geht : die ereignisse kümmern sich einen gezöpfelten miststock (ethnovisualist und olfarotrix) um die zahlen : die um die zahlen bemühten sollten sich doch ins hic et nunc verpräsentieren : ist doch ebenso im bewusstsein, dass alles jetzt verprasst. es gibt keine langen zeitabschnitte : die zeit ist definiert : es gibt historisch keine langen und kurzen zeitabschnitte : es gibt nur präsenz in bezug auf interpretation : drum : das lange irgendetwas ist eine funktion des kindischen glaubens an zeitkontiunität und an die stringenz der historischen folge sogenannter geschichtlicher ereignisse (die im begriff ‚lang’ oder ‚kurz’ die zeitzählung infragestellen möchte; das impliziert aber qua referenz doch die zeit als kontinuum: anstatt den schnellen luftballon nimmt dieses denken doch wieder den wanderstock zur hand, etwas länger, manchmal weniger lang : es sind zeitstrecken : zeitraumgefüge : als ob man nicht in ganz anderen zusammenhängen denken könnte : jetzt (das unerklärliche, wie es scheint, schlechthin, ungeklärt in bezug auf die vergangenheits- und zukunftsvorstellung). es läppert sich in einem langen vieles zusammen : auch die ordnungen läppern am defizit der zeit. die zeit ist ein gump von so la la : und das ganz präzise, wenns gefällt.
„die zeit vergeht nicht und läuft nicht ab, sie vermehrt sich.“ (mvs ca 1972 : in einem traum).
wohin sich die zeit dann vermehrt und was sie dann da macht, hat mir der traum leider nicht vermacht. die kinder von chronos waren wohl inzüchtig, aber das ist auch nur eine vermutung. schrödingers katze hat in der kiste, in welcher sie schon längst nicht mehr sass, gelacht und sich hinter all die laborratten gemacht, die auch nicht mehr in der versuchsanlage sassen. alles in allem war da nichts. die interpretation fährt trottinet (ein schönes wort, ein schönes vehikel : wie gerne möchte ich wieder trottinetteln, auch wenn da viel nett und trottel drin steckt), das nichts vergnügt sich an unbekanntem ort.
der paradigmawechsel, der sich in einer counter culture angedeutet hat, hat sich in die historisierende sprache zurückgezogen : ‚summer of love’ etc und was weiter heute abgefeiert wird in jubiläen. was die counter culture von den 68’ern trennte : sie berief sich auf eine neue erfahrung, die nicht marx hiess, sondern LSD : neues bewusstsein beyond anything known so far. (die LSD- und die zen- und andere mystikerfahrungen lassen sich schwer in worte fassen : die grammatik der verbalen sprache scheint sich diesen erfahrungen zu verschliessen. das ist ein kulturelles defizit, nicht ein defizit der erfahrung. die sprache steckt in einem ‚langen neolithikum’, so to speak.)
ach was : das basteln an biographien, an leben leben, an allem ist ungeheuer : a veritable nightmare : and don’t you ever hope to wake up. es ist so ungeheuerlich desparat, die verschiedenen ‚zustände’ wahrzunehmen, dass ich grad nur noch schweigen möchte oder mit zikaden zirpen möchte, die es auch nicht mehr so häufig gibt (und als kind hab ich das wort zikaden nie genau gegen zitadellen und arkaden und goethe und zitronenblühen in italien und zittern abgrenzen können, weil ich zwar heuschrecken und grillen und geisslein (jawohl, das wusste ich schon : dass ein geisslein ein zicklein ist) gesehen oder von ihnen gehört habe, aber nie eine zikade : ein wahrnehmungsdurcheinander, das jede geschichtsklitterung übertrifft (klitterung : auch so ein bastelnaherbegriff : nur halt mit dem 'betrug', dem verrat' verhaftet : das ist dann plump. das macht man nicht. man erfindet, man novelliert, aber man bescheisst nicht, gäll. ethik ist eine schöne selbstgefälligkeit : elastisch, elegant, dauerhaft und nützlich. in einer schublade meiner mutter sind tatsächlich sockenhalter aufgetaucht, ein archäologischer fund für mich : metaphernhaltig : so kann man sich die sockelung der gegenwart leicht vorstellen : ein kopf auf füssen einhertanzend, alles zusammengehalten von den sockenhaltern. streetparade im stresemann. ist alles korsett : und keiner und keine entkommt : totentanz : ich möcht den holbein, totentanzmalend in sockenhaltern sehen, goya, beschimpft, weil er keine hat, goethe, weil seine grad wieder in der unterhose stecken, sengai, weil er gar nicht weiss, was das ist : die welt gehalten an den sockenhaltern der erkenntnis : so ein gebambel).
aber, um auf begriffe und autobiographie (trottinetbiographie, die meine) zurückzukommen : „there are such things“.
vor allem : ein interessantes durcheinander : eine oder viele oder unzählige wunderkammern.
neugier. hinter der tür ist noch was. there is for sure. (warum so sicher? da war immer etwas, irgend.)
irgend : vielleicht ein unterschätztes wort. (immerhin das gegenteil von nirgend, et vice versa etc.)
(to be revised : first draft)
[mvs:070205/070814]
> defizit der zeit > st.läppert > gschiid si, my ass > zen > sockel > gebambel > don quichotte in südamerika > miststock, gezöpfelt > vehikel > guguus > langeweile > journal > peinlich > nachhilfestunden > geisteszustände > lautlos trommeln > euphorie > beste, das
paul leautaud : journal littéraire
"Je dois reconnaître qu’elle a très bien accepté mes observations et comme je lui répondais que cela m’assomme d’embêter les gens par mes réclamations, elle m’a répondu que, au contraire, je dois signaler ce qui ne va pas et qu’on tiendra absolument que tout soit comme je le désire." 17.février 1956.
paul leautaud starb am 22.februar 1956
[mvs:070807]
> last words (in novels) > paul leautaud > henri fédédic amiel > death poems (lovely) > journal
Laurence Sterne : The Life and Opinions of Tristram Shandy, Gentleman :
"L-d! said my mother, what is all this story about? -
A Cock and a Bull, said Yorick. And one of the best of its kind, I ever heard."
THE END
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Edgar Allen Poe : The Imp of the Perverse :
„They say that I spoke with a distinct ennunciation, but with marked emphasis and passionate hurry, as if dread of interruption before concluding the brief but pregnant sentences that consigned me to the hangman and to hell.
Having related all that was necessary for the fullest judical conviction, I fell prostrate in a swoon.
But what shall I say more? To-day I wear these chains, and am here! To-morrow I shall be fetterless! but where?“
END (but where)
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Ivy Compton-Burnett : Ein Gott und seine Gaben (A God and His Gifts) :
"Die ersten Schritte auf einem langen Weg. Sie sollten ihn nicht in eine falsche Richtung führen. Er wird erwachsen werden und zu heiraten haben wie jeder andere Mann."
"Heiraten", murmelte Henry vor sich hin.
"Eine Frau haben, die mit dir zusammenlebt", sagte Hereward. "Wen möchtest du denn haben?"
"Die liebe Maud", entgegnete Henry, und es war klar, dass er damit das Thema zu einem befriedigenden Abschluss gebracht haben wollte.
ENDE
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Jean Paul : Der Komet :
(bei jean paul weiss man nie ganz so genau, wann ein buch zuende ist. nicht nur, weil er sagte, dass er eigentlich nur an einem buch schreibe. auch weil dem hauptteil dann noch rattenschwänze von enklaven, herbstbluminen und komische anhänge folgen. ich setze also etwas willkürlich ein, wie er etwas willkürlich endet.)
"Alle traten weit von ihm hinweg, nicht aus Furcht, sondern vor Entsetzen."
und eben nicht : ENDE. sondern
mvs : the not so very last words :
oh : i couldn’t think of any better. let’s keep on going, right. or wrong. ou mallon.
guess i got it, or : well, i might not. still wondering in amazement : buffeld, boobalizezed, blöd : aber glöcklicht : bitz up and down glowing in the dark : sometimes boozed, or boombdelized : was auch immer : bammboozeled by love. ja, ist über letzte worte : dann halt . no remorse. love lots of you, but definitely not all of you. fare you wherever.
more to follow...
[mvs:070531/070601]
> last words (in journals) > schnüerlischrift > mares and mice and nightmares etc. > journal > lullabies > lemuren > lesen, ein wunder > titel
traum: p. trommelt auf einer selbstgebauten trommel so schnell er kann, sagt, das sei eine spanische oder baskische art: man muss so schnell trommeln, dass sich die frequenzen überlagern bis sie gegenläufig identisch sind und sich deshalb gegenseitig aufheben: so sei dann kein ton mehr hörbar. er trommelt aber noch nicht in der richtigen frequenz und produziert einen heidenlärm. ich sag ihm, das sei zen-trommeln, das mache man aber eher ohne trommeln, soviel ich wüsste.
real: eine katze scharrt obsessiv im katzenklo: kacke vergraben. die aufhebende frequenz stellt sich ebensowenig wie bei p. ein.
wenn ich meinen katzen jetzt noch ein bitz zen-trommeln beibringen könnte, dann wär ich auch ganz zufrieden, aber das klo will ich ihnen ja auch nicht wegnehmen. das scheint ein anderes baskisches zen-problem zu sein. (bei huang po find ich aber keinen kommentar? : muss alles selbst herausfinden.)
[mvs:060322]
> one hand clapping > ganzheitlich gänsehäutlich gruselkabinett: nachruf auf CORTONA > lappern > pömdundance
prof.dr.dr.hc grzimek sagte mir einmal: „life can be as hard as an elephant stampede“ (1961).
ich habe mich etwas gewundert. dann dachte ich: vielleicht weiss er es auch nicht besser. auf jeden fall war ich so schlau wie zuvor. nachher hat mich nächtelang gequält, dass ich nicht mehr wusste, was ich ihn gefragt hatte.
[mvs:990803]
“life is not a candy mountain”
- aber vielleicht :
ein gugelhopf
eine puppenstube
ein teddybär




[mvs:05....]
da ist ein text fällig, aber noch nicht jetzt : "die spielregel" : ein wunderliches schreiben : schön : sehr eigen : da ist ein weiter(kommentar)sprechen doch ein bitz verhalten, wegen respekt vor mitlebewesen : existenzien : aber : ja. seine sprachhemmungsunlosigkeit manchmal : sein bekennerdrang : das ist mir fremd. dass er aber alle diese erlebnisse verbalisiert, ist auch wieder schön. möchte man nicht, ganz im schreibendasein, einfach weiterleben ad lib. : das hat er sehr wohl gemacht : alles andere sind die stolpersteine des seins : darüber sind wir stolperfliegend am abheben : leider : jeder für sich : kommunikation nur qua publiziertem : wann je : findet mensch zu mensch? (stendhal hat es vor'geschrieben' : ich in meiner vermessenheit versuch es zu leben : da fehlen oft die worte (und dann ist diese bescheidenheit, rücknahme auch arroganz : weil ich mein, dass ich es ein bitz anders mach (besser implied = vermessenheit) : jeder jedem sein bestes : was will man mehr? und wenn man dann auf solche trifft : thank you for coming. period)).
[mvs:080210]
das lemma ist der wunderschönste hin-, ver- und ins-leere-führende-weis-flick (ein naseweis sondergleichen und den präriehunden & murmeltieren verwandt): kommt man in die nähe von lemmata, dann pfeift das wachhabende lemma und alle anderen lemmata verschwinden blitzartig in die lücken des textes. der genasführte leser stutzt, die ‹anals’ = pinggeligen verdammen die enzyklopädisten und die neugierigen suchen weiter im gebirge oder in der prärie weiter. die freunde der lemmata, die lemmataphilen, seit kindsbeinen vertraut mit dem seltsamen verhalten der lemmata, verhalten sich ruhig (ein schmunzeln ziert oft selbst die gesichter der ältesten lemmatakenner) und beginnen zu wundern, denken, träumen und sich notizen zu machen.[1]
dieses verhalten wurde von ferdinand de saussure, ludwig wittgenstein, roland barthes und vielen anderen studiert, beschrieben und analysiert allerdings sind wenig erfolge in bezug auf das paarungsverhalten der lemmata zu verzeichnen. weitere feldstudien liegen zwar vor, zb. von jorge luis borges, aber auch diese dringen nicht in das herz des sozialverhaltens[2] der lemmata vor.
frank zappa hat das alles ebensowenig verstanden oder vielmehr missverstanden als er (als hommage an die lemmataphilen?), dichtete und sang: «i have a big dilemma with my big leg emma» wie auch die meisten beteiligten am notorisch berühmten ‹lemmatastreit’ mehr: vide ‹lemmatastreit’.
frank zappa kann man nicht grad unbedingt ‚lit.:’ nennen, aber trotzdem spannend (hier kommt dann eine discographie hin, vielleicht).
[1] und ein buch so ganz voll nur mit lemmata, das würd ich noch immer gerne machen. ein lemmata-nestbau, mit ganz vielen unterirdischen höhlengängen, so verzweigt, dass die ganze babylonische bibliothek von borges mehrfach unterwühlt ist und in sich selbst ins gwaggeln kommt. und sich trotzdem ein bisschen freuen darf in all dem absolutistischen wahn (als ob sich ein buch, eine wort- und letternfolge, nach ganz langer zeit gefunden hätte und sich in arme die fällt) : so viel wispern in so vielen worten. und der mond muss nicht immer scheinen - nur manchmal, wenn ein lemma vorbeihuscht, blitzt der silbrige pelz im mondschein auf.
[2] seltsam, respektive klassischer nepotismus, ist, wie sich bei mir die lemmata ganz schnell in der alphabetisch oder grad-durch-gedanken vorgegebenen familie verbandeln: und jedes weist auf sich zurück, so mit dem kurzen umweg über die geliebten, oder auch nur verschwägerten. ja, und manchmal ist der bezug auch nur homophon. auch das ist eine variante der familienbildung. genauso wie das gegenteil, das heterophone. (>raymond roussel; autismus)
> enzyklopädie > kopfnote > naseweis > fussnoten > tableau > lemmatastreit > querverweise > selbstreferentiell > digression
die lemuren (kattas: wo hab ich das gelesen : TA!) haben ein familiäres system, das sehr gesellschaftlich funktioniert: die bindungen sind quasi per jahrgang des erscheinens organisiert und dauern an (da fantasier ich vielleicht schon wieder) aber es scheint doch eine variante zum homo sapiens zu bestehen, die sehr bedenkenswert ist. (ob lebbar: who knows. dazu müsste ich c.p. fragen: das familiäre katta-sitzen als alternative zum zazen. (vielleicht haben die im zeitlich beschränkten familiären katta-sitzen auch die hämorrrhoidenbildung verhindert). om mani padme katta, om mani padme c.p.)
und hier muss ich mich fragen: gibt es eine öffentlichkeit für formulierungen zur liebe ist man nicht gerade in der liebe allein vor jeder sprache? (zellhaufen : metaphysisches existenzen : mystisches erkennen ::: zwischen sein und erkennen vide ekkehard et al..)
was gibt es nebst dem zen-gebrüll und direct pointing?
„The Lemur People are older than Homo Sap, much older. They date back one hundred sixty million years, to the time when Madagascar split off from the mainland of Africa. Their way of thinking and feeling is basocally different from ours, not oriented toward time and sequence and causality. They find these concepts repugnant and difficult to understand.“
william s. burroughs : ghost of choice.
me, i, myself, being a subnormal cat, doubt that the lemurs reflect that much on the state of other beings concepts of perception. but i would not know for sure. all i can say as a cat is : i do wonder about their concept, but i would not pretend to understand it
[mvs:000318/070903]
> unterschied > buji buster > aufmerksamkeit, schwebende II > lemmata > amour > kuss > geisteszustände > vögelinsingen > löwe
Michel de Montaigne: Essais : du repentir (über die Reue)
Excusons icy ce que je dy souvent, que je me repens rarement et que ma conscience se contente de soy, non comme de la conscience d’un ange ou d’un cheval, mais comme de la conscience d’un homme, adjoustant tousjours ce refrein, non un refrein de ceremonie, mais de naifve et essentielle submission : que je parle enquerant et ignorant, me rapportant de la resolution, purement et simplement, aux creances communes et legitimes. Je n’enseigne poinct, je raconte.
michel de montaigne: 1580 - 1595
Indessen muss man mir zu gute halten, dass ich einerley Sache so oft sage, dass ich mich selten etwas gereuen lasse, und dass mein Gewissen mit sich selber zufrieden ist, nicht als mit einem englischen oder Pferdegewissen, sondern als mit einem menschlichen. Man muss auch meine Einschränkung bemerken, die nicht von einer Verstellung, sondern von von einer wahrhaftigen und wirklichen Bescheidenheit herrühret, dass ich als ein lernbegieriger und unwissender Mensch rede, und die Entscheidung lediglich den gemeinen und richtigen Meynungen überlasse; dass ich nicht lehre, sondern erzähle.
übers. johann daniel tietz : 1753/54
Ich will hier rechtfertigen, was ich oft sage, dass ich selten etwas bereue, und dass mein Gewissen mit sich im Einklang ist: nicht als ein Engels- oder ein Pferdegewissen, sondern als das Gewissen eines Menschen; wozu ich immer einen Kehrreim anfüge, nicht einen Kehrreim der äusseren Schicklichkeit wegen, sondern der einfältigen und echten Unterwerfung: dass ich nur als Fragender und Unwissender spreche, der die Entscheidung schlicht und ganz den gemeinen und gültigen Glaubenssätzen anheimstellt. Ich lehre nicht, ich berichte.
übers. herbert lüthy : 1953
verzeiht, dass ich oft sage, dass ich selten bereue und dass ich mit mir einverstanden bin : nicht mit dem bewusstsein eines engels oder eines pferdes, sondern mit dem bewusstsein eines menschen und dass ich immer diesen refrain anhänge, der nicht der konvention genügen will, sondern meiner naiven und essentiellen einsicht entspricht : dass ich als fragender und unwissender spreche, der sich schlicht und einfach auf die allgemeinen und geltenden annahmen bezieht. ich lehre nichts, ich berichte.
[mvs:0704018]
Unter Archiv verstehe ich die Gesamtheit der tatsächlich geäusserten Diskurse; und diese Gesamtheit von Diskursen wird nicht lediglich als eine Gesamtheit von Ereignissen betrachtet, die sich ein für alle mal ereignet hätten und die im Vorhof oder im Fegefeuer der Geschichte in der Schwebe geblieben wären, sondern auch als eine Gesamtheit, die weiterhin funktioniert, sich im Laufe der Geschichte transformiert, anderen Diskursen die Möglichkeit des Auftretens gibt.
michel foucault: schriften 1. dits et ecrits.
Muss man den letzten Müssiggänger darauf hinweisen, dass ein ‚Tableau’ (und wahrscheinlich in allen möglichen Bedeutungen des Wortes) formal eine ‚Serie von Serien’ ist? Auf jeden Fall ist es kein kleines festes Bild, das man vor eine Laterne stellt zur grossen Enttäuschung der kleinen Kinder, die in ihrem Alter freilich die Belebtheit des Kinos vorziehen.
michel foucault: archäologie des wissens.
> schreiben - ein wunder > schnüerlischrift > ich, ein plagiat > gedanke(n) > stil > arbeitsmethode > last words (in novels) > aufmerksamkeit, schwebende > digression
> life > lesen, ein wunder
joyce, in pomes penyeach glaub ich : „I hear / from far her low breathe on my braking brain. / Come! I yield. Bend deeper upon me! I am here.” [‚ich hör / fernher ihren flachen atem in meinem brechenden hirn. / komm! ergeb ich. beug tiefer über michdich! ich bin hier’. und : ‚ich hör fernweg irrn fliehend atem durch mein brockenhirn / komm! ergeb mich. brück tiefer in das michdich! ich bin da.’ (mvs)] ich find das unglaublich intensiv traurig, so nah sich sein und fern : und wünschen, ganz nah zu sein. (was immer jj damit sagen wollte.) und dann möchte ich grad noch viel mehr joyce übersetzen auf subjective encyclopedist-tütsch, weil dann alles so subjective encyclopedist ist und nur noch ganzbitz joyce, weil er nur noch vorwand und anreg ist (und viel von einem lesen und lieb lesen und über ihn lesen ist alles doch immer noch subjective encyclopedist-tütsch zum ende). und pömes erlauben diese überintensivaufladung einzelner wörter und wortfolgen, dass es fast das herz verklöpft beim lesen, schreiben : so viel wortbatterie : ganze energiekondensate : kernkraftwerke sind ein überdimensionierter dreck dagegen : „come! i yield. bend deeper upon me. i am here, the breaking brain breathed upon by you from far : i hear!“ (mvs: jj expanded)
und jetzt halt (weil mir die konzentration in der ‚fremdsprache’ näher ist, doppelt fremd und doppelt nah die wörter surren noch mehr so, wie ich als kind die ‚muttersprache’ gehört habe : immer voll mit unbekanntem, das assoziiert werden kann, noch unbestimmt in der klaren (gesetzlichen) aussage, weit weg von linearen fahrplänen des sprechens, noch ganz weite felder mit ab und zu einem baum oder einem geruch als orientierungspunkt, das brummen des teddybärs ist voller geschichten, moduliert in feinsten tonfolgen (musik habe ich immer wie eine kindliche sprache gehört, nah an wundervoller sprachäusserung, die jeder für sich immer wieder neu selbst erfindet)) :
the lost and found dept. poems:
so who am i forlorn and lost found in the lost and found department. am i the one you never ever even hoped to find and never lost but found by mere coincidence, the none you dreamt of wishing, knowing nothing much specific i am, nonplussing me myself and all of you together. you took me home with you, a sample of miracle, me, the one with wounded eyes, a heap of debris and desaster. but alas!: for me to be found, who never got lost, is no great wonder. and how could the absence of so little as nothing be a bother. ask me, i’m living, i’m here.
und wenn ich jetzt das subjective encyclopedist-english auf deutsch übersetzen würd, wärs gar nichts mehr, so eng ist denk&sprakk verbandelt.
und noch ein ja: sometimes i miss the nights when i got slowly drunk : just me and some words crossing my brain a wonderful friendship. (casablanca by mvs)
[mvs:060620]
> choice, nach joyce > sprache > tarnkappe, scharf > pömdundance
der löwe brüllt:
„die wüste ist so schön, dass ich mein herz verloren hab!“
der mond scheint:
„die gazelle lächelt, frag nach ihr.“
[mvs:830207/030815]
> other, the > lemuren
(katalan. ramon llull; manchmal auch nur lull, geboren 1232 in palma de mallorca; gestorben anfang 1316 auf der fahrt von tunis nach mallorca) war ein katalanischer philosoph, logiker und theologe.
er bastelte eine kunstsprache, die mit 65 begriffen, die auf 6 (andere angaben sprechen von 7) konzentrischen scheiben angebracht sind, die durch verdrehen der scheiben in kombinationen alle denkbaren fragen und antworten generieren sollten. er erfand dieses ‚antwortgerät’ für die christliche mission in nordafrika, weil ihm schien, dass die christlichen missionare der mechanischen hilfe bedürften um gegen die argumentative überlegenheit der juden und araber anzukommen.
er gilt mithin auch als begründer des computers, mindestens seiner denkstruktur nach. es ist rührend, wie ein kluger mensch versucht, seine fähigkeiten ins enzyklopädische wissen umzusetzen und gleichzeitig in die falle des doktor allwissend fällt : er weiss, kann aber nicht helfen.
und gradedrum ist er auch verwandter aller exzerptenzieher, enzyklopädisten, abschweifer in alle sterne, ein ferner vielleicht nur, weil er noch alles erklären wollte, und vielleicht nicht so sehr freude & lust hatte, wenn alles ausser kontrolle geriet und er grad nochmals paar hundert frage-antwort-scheiben hätte entwickeln müssen.
[mvs:070425]
> swift, johnathan > sterne, laurence > jean paul > bayle, pierre > borges, jorge luis > wilkins, jo(h)n > datenbank > enzyk > wörter > kommentar > berry, chuck > LIFE
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