subjective encyclopedia

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radieren, aus

rätsel + keine losung

rätsel minus lösung gleich intelligent design

redundanz – rundtanz

reflexion

reisen in texten

ring ring

rite de passage : übergangsriten

rite de recherche

robinson (& friday)

radieren, aus

wieviel, wieso es etwas auszuradieren gibt, soviel, und vor allem dieses, oder präziser was denn genau, und warum ist diese menge gummi, die ja irgendwie proportional zu entschwindendem und verworfenem ist : wie ist das je verständlich?

(rio-läufer: davonlaufen? oder, mit freier fantasie rubbelies auf den tisch, neben das gewollte, verworfene hinzeichnen. der abfall als ewig, immer wieder gelungenes. (ab-fall : weg fallen von).

zurückkommen. zum unausradierten unverbesserlichen. zum utopischen vor dem gummi, zum utopischen, wenn der gummi davongelaufen ist. in den gummiabfallbereich : die gummikrümel sind voll von allem mehrfach existierendem : utopien im müll. wenn utopien, dann im verworfenen, wo denn sonst gibt es die reichhaltigkeit des “vorher wusste ich es auch schon, dass ich es nachher besser wissen werde”. hier müsste ein märchen erzählt werden: nur dass ich märchenverlassen bin. so sind auch die märchen: verlassen, ohne verlass.

der zwang, eine geschichte zu erzählen, ist so rührernd, vor allem wenn das märchen gut ist und der radiergummi bei der hand (bei fuss?), dass ich gerne vergesse, dass diese geschichte schwer an meiner badehose und allen schiffsrümpfen vorbeifegt. man könnte das jetzt auch mit sinnlichkeiten und metaphern vollpfropfen – aber das wäre dann wieder nur radiergummi. es geht hier nicht um den perfekten satz, der jedes leben in die unsterblichkeit hebt, aber doch schon, aber ganz präzis auch nicht. so schön kann ein radiergummi sein.

tränen sind die radiergummis der seele. die tränen. und das meer ist der urwald der gummibäume.

versetzt werden ist die katapultiermaschine, die etwas von einem zum anderen kippt.

[mvs:020313]

> oh, darwin > und grundsätzlich: vergessen

rätsel + keine losung

es ist mit den rätseln ein bisschen so, dass wenn sie mal gelöst sind, dann sind sie keine mehr. (und das ist auch ein bisschen traurig, weil sie dann so als gelöste tatsachen dasitzen und gar nicht mehr so recht wissen, was sie mit sich anfangen sollen.) und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute. (und das ist, ganz gewiss, nicht der räZZel lösung.)

aber dann, wenn sie aus ihren lösungen wegtauchen, aus den formaldehyddosen ohne verfalldatum aufdampfen : dann ist der teufel los! (hier könnte man den brehm, den ersten, alten,  phantasiedonnernden zitieren zu ratzen und rätzeln : da  werden sie ganz  rattenkönigmässig vernetztwirrigrätzelig, dass mir das hirn schwirrt vor lauter 'und sie leben doch' ("there are such things!") : und es ist alles wie vorher : der regen prasselt auf die asphaltstrassen, als ob es nie ein 21. jahrhundert gegeben hätte und der mond macht alles so genau, wie es in allen romanen seit erfindung der mondscheintoderscheintebennichterzählungen beschrieben ist (fussnote, mitten im text : mondscheintoderscheint = mond scheintod erscheint) und genau drum weiss ich gar nichts mehr : es gibt kein 'wie es ist' : es scheint der mond und es scheint mir so oder etwas anders. damit ist nichts erklärt und die rätsel sind purzellebendig wach in mir und überhaupt. (überhaupt ist kein ort nirgends : da werden rätsel gezeugt in ganz natürlicher chüngelikopulation.)) (noch ein klammerabschluss, falls einer fehlte ")" : ich mag da nicht mehr mitzählen.)

glücklich bin ich auch ein bisschen ungelöst, weil wunderlich verwundert : ganz schwebend auf mehr, keine losung wissend (wer weiss das zauberwort zum glück? grad jetzt : sofort (so fort so fort, mmurmmelt das tier, ruhrrt ruhrrt die katze)) :  und das  code  word, des rätzels losung heisst : "vice versa". und das  darf man niemals nie und nimmer weitersagen.

mitten in der stadt ein geräusch von kuhglocken, weidende kühe : + losung.

(kein bild hier, obwohl hier bildkaskaden flirrend feuerwerken  : kein film, nein, keine kontinuität (nix chronos)  synchron die  bilder von goya, bosch, sengai & allen : es ist  ein jammer,  wie  nicht kommunizierbar alles erleben ist.)

((weiterbasteln: wär schön, wenn ich mystiker sein könnte : ganz ohne &.))

(((noch schöner wär : ganz reduziert, mit allem)))

eben.

[mvs & nooneever:070508]

> rätsel+lösung > losung > geisteszustände > wunder > enigma > common place > gemeinplatz > gwundrigkeit > und überhaupt > schnell, schnell > code word > archiv, im traum >

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rätsel minus lösung gleich intelligent design

etwas schwierig nachzuvollziehen sind viele debatten zum thema kreationismus : aber schöpfungsmythen sind interpretationsfreiwild : jedem sein weltbild. sprechend sind die vertreter der verschiedenen richtungen ja meistens vollmundig : missionsbeseelt und selbstüberzeugt von gnaden woherauchimmer. dass ‚wahrheit’ damit im gleichschritt gehen soll, spricht gegen den begriff der wahrheit und ist zeugnis von dickköpfigkeit : wer denn hat die wahrheit mit löffeln gefressen und ist so übervoll & magenprall, dass die zunge überläuft? grüss kotz : im sammelsurium des abgangs.

bild: barack obama und john mccain.

[mvs:081020]

> religion > hirschfaktor > hirn > ich glaube auch > gott > gott (ist tot) > schöpfung, waschmittel, waschbär, racoon > wes brot ich ess, des lied ich sing (wer ist wes?)

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redundanz – rundtanz

in einem eher redundanten text von wiglaf droste („*ist journalist, satiriker, schriftsteller, sänger und lebt in berlin. [...] 2005 erhielt er den „annette-von-droste-hülshoff-preis“ etc. : o-ton TA, 4.august 2006, seite 37) : - (und da darf man gleich beiden den reduntanz-preis verleihen) - steht: „Die Sprecherin erhob sich und nötigte ihre Begleiter, es ihr gleichzutun. «Ich hab noch einen schönen Rundtanz für uns» drohte sie. «Das Lied heisst <Die Ulme> und stammt aus Litauen.» Sie wandte sich dem CD-Spieler zu. Schleunigst rakte ich meine Sachen zusammen, warf sie in den Fahrradkorb und zischte auf meiner treuen Gazelle davon. Zwischen meinen Ohren aber hatte ich Milva: «...ganz Frau und trotzdem freii zu seiin» - Wieso eigentlich «trotzdem»?“

((und wieso zwischen den ohren – da ist bei anderen das hirn und nicht die milva. schön wärs bei manchen, die milva sässe zwischen ihren ohren : dann könnt sie ganz beschwingt ausholen - links, rechts - und den milvazwischendenohrenträgern eins auf die ohren klatschen : und dann würd sie schnell wieder abzischen, weil sies zwischenohrs nicht lange aushält und lieber gazellig rumtänzelnd ohren verzaubert : dass dann ab & zu eselsohren drauswerden, liegt in der natur der ohrgänger (de stultitia, morosophia)))

ich las statt ‚rundtanz’ ‚redundanz’, liess den Tages-Anzeiger mauerschwalbenflügern in das altpapier segeln und zischte unpublizierbare injurien.

[mvs:070715]

> geisteszustände > gazelle > morosophie > pömdundance

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reflexion

[mvs:05....]

> zugriff > abfluss

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reisen in texten

die plattitüde (oder notwehr der reiseunwillig leselustigen), die sagt, dass lesen gedankenreisen sind, führt zu ganz platt sein vor staunen und lauter nix. ob man die physis oder die hirnzellen bewegt : man kann es weder vergleichen noch trennen und es ist ein ganz müssiges getue : die einen mögen das, die anderen dies und die dritten beides – die unzähligen anderen etwasmögenden mögen auch irgendetwas.

einen vorschlag zu textreisen (den wohl alle textreisenden fantasiert und, wie ich auch grad jetzt, nie ausgeführt haben) ist, einen text aus zitaten zu schreiben, mit leisen quellfussnotennummern am ende der quotes, der dann halt auch ein text ist und bei dem man sich beim lesen immer fragen darf, welche gedankengeschichten hinter der nächsten ecke warten. es ist ein ganz plattes konzept, das aber den vorteil zu haben scheint, dass es mehrheits- und stammtischfähig ist.

[mvs:060607]

> banal > plattitüde > stammtisch > gleitmittel > apodemik

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"RING RING GOES THE BELL" (chuck berry) ((SCHOOL DAYS))

the ring that really is a spell (ooh wee supposedly!)
the ring that's broken every day
the ring that doesn't hold a spell
(too dumb to get the point)
the ring that is just up your ass
ring ring goes the bell
ring ring does it ring a bell
you are the one who's under spell
ring ring stay away
thats were you will be all save
ring ring in the grave
finally we are so save!

(i said that)

(‚you’re lucky if you can find a seat’)

((‚put a nickle in the slot

you get sometin’ that’s really hot

so what your love get’s real romance

just get sure you get into her pants’))

chuck berry said that.


("that ring of fire" : gimme a break)

[mvs:090812

> chuck berry

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rite de passage : übergangsriten

übergangsriten: wenn ein individuum (oder eine sozietät) von einer struktur in eine andere wechselt, wird das mit kulturellen handlungen, riten vollzogen.

was heisst das heute, da von societies in transition und ähnlichem so viel gesprochen wird: werden da alte riten / muster angewandt für etwas neues, das man nicht kennt oder beeinflussen die alten riten das neue mit? die änderung hat die tendenz, aus angst vor dem neuen das alte sogar zu betonen (regress), zb. entstehen wieder mehr nationalstaaten vs. die globalisierungstendenz. das selbstgefundene neue ist grundsätzlich verschieden vom aufoktruierten fremden – die herrschaftsverhältnisse werden ungleich wahrgenommen, wenn sie von innen funktionieren oder wenn sie von aussen ausgeübt werden.

[mvs:060519]

lit.: arnold van gennep

> rite de recherche > feldforschung > reinkarnation > objektivität > notes, prendere de

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rite de recherche

für ethnologen und volkskundler ist die feldforschung ein initiationsritus : wer vor ort war, spricht authentisch und wird in die zunft aufgenommen. der künstler „vor ort“ wäre dann, da er immer „vor ort“ ist mit seiner imagination, auch immer authentisch : d.h. der begriff „authentisch“ löst sich ein bisschen in luft auf, wenn man eingesteht, dass man immer von sich aus spricht – dann ist alles authentisch respektive der begriff ist kein distinktionsmittel mehr. ich suche, also find ich: ‚nöisle im eigne rucksack’ : ja, wenn dann wenigstens da was drin ist, dann ist die maus im speck und die katze aus dem (ruck)sack und gleich wieder drin und die maus in der katz und die katz im sack. das geht dann so weiter, bis der sack nicht mehr weiss, wo ihm der kopf steht, aber das ist auch nicht so wichtig, weil er erstens keinen haben muss und zweitens als headless rider eine filmkarriere machen kann (ein schöner film : der rucksack auf dem rücken des pferdes terrorisiert die welt, weil keiner weiss, dass er leer ist. nur der könig, der mit den neuen kleidern, hat so eine leise ahnung, dass das der beginn einer schönen freundschaft sein könnte (casablanca)).  

vielleicht könnten die ethnologen und volkskundler, vor allem die interpretierenden, nicht die ethnographen, die volksreporter, einmal einen scharfen blick auf die wissenschaft als produktionsbetrieb werfen: was genau wird da produziert? wo ist man wie geniessend (nutzniessend) an der produktion von nimbus beteiligt?

[mvs:060519]

> rite de passage > feldforschung > objektivität > neugier

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ROBINSON (& FRIDAY)

dear robinson: what will you do when there is no paper left to wipe your ass? plant a tree? (or skin me to produce pergament?) yours fry.day.

[mvs:990621]

hi fried-day : it took me a while to answer your question : your ‘skin me’ suggestion is of great help, since i never thought of it. i wonder how you could have come up with such a brilliant suggestion. but anyways – I’m back in england and we actually wipe our bums with cabbage, wich is quite comfortable. i don’t want to remember those palmtree leaves! take care, hope your not eaten by your neighbours yet, rob the foe.

[mvs:080211]

>oh, darwin > freitag’s morgengrauen > freitag,s robinson > freitag (witz, leider auch einer) > radieren, aus

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